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  • Juni 2012
  • Bohnen und Pergola

    Sebastian Wagner, 29. 07. 2012, 16:30 Uhr

    Der letzte Aufbautag. Es ist drückend heiß und unheimlich feucht. Heute soll alles fertig werden. Alles heißt auch die Pergola, die wir noch nicht einmal begonnen haben. Sven hat schon Mal mit dem Knoten angefangen. Die Pergola wird aus Bambusstangen gebaut, die miteinander verknotet werden. Das dauert. In der Zwischenzeit wir die letzte Gabione mit Erde befüllt und bepflanzt. Das Insektenhaus wir am Baum befestigt.

    Die schon bepflanzten Gabionen machen sich gut, die neu ausgesäten Bohnen wachen hervorragend.

    Es soll ja aber auch das Ende der Aufbauphase sein und der Start des Gartens. Das heißt die BMW Guggenheim Lab zeit ist vorbei, das Lab schließt heute seine Tore. Auch die Unterstützung von Zalf und der Uni (Urbanes Gärtnern 2.0) ist dann vorbei. Die Bewohner sind auf sich selbst gestellt und ich werde den Garten weiter betreuen und unterstützen. Mitte August geht e ja schon mit dem nächsten Schritt weiter, dem Kinderbeet. Und den Kindergarten Kindern.

    Doch zurück zum Samstag. Wir schaufeln noch mal Erde und knoten Seile. Um 13 Uhr ist ein gemeinsames Grillen angesagt. Der Hausmeister Herr Ebermann hat dern Grill angeworfen und los geht es. Es werden Würstchen und Stakes aufgelegt, und in kürzester Zeit auf den Punkt gebracht. Es sind ja auch viele Leute da, die wollen alle satt werden. Dazu gibt es Salate, und zum Nachtisch Kuchen. Die Zeit vergeht wie im Flug. Nach dem Essen zeit uns Corinne noch einen Film, den hat sie mit ihrem Handy während des Gartenaufbaus gemacht. Alle sind begeistert. Dann hält Andrea noch eine kurze Ansprache.

    Die Pergola ist nun auch schon so gut wie fertig.

    Hier müssen noch die Erdnägel eingeschlagen werden. Das ist dann aber auch überraschen schnell erledigt.

    Der Garten hat nun einen guten Start erreicht, nun wird bis Mitte August, außer dass alles wächst, erst mal nicht viel passieren.

    Sebastian Wagner, 23. 07. 2012, 21:48 Uhr

    Der Beitrag von Sebastian Wagner für das kleine “How To” ist freigeschaltet: “Planung/Konzeption”. Anregungen und Ideen zum Thema Gemeinschaftsgarten bevor man anfängt.

    —> Kapitel Planung/Konzeption

    1 Kommentar

    Regen!

    Sebastian Wagner, 21. 07. 2012, 23:00 Uhr

    Der zweite Aufbautag ist angebrochen. In der Mitte des Gartens liegt ein Erdhaufen. Wir stehen alle da und wissen: Der ist viel zu klein. Wir müssen noch 8 Gabionen füllen, und das ist Nichtmal ein Kubikmeter. Dabei haben wir doch so viel vor: wir wollen die Beete fertig bauen uns einpflanzen. Mal sehen wie weit wir kommen. Bei genauerer Betrachtung sieht die Erde auch ein wenig wie Aushub. Das ist nicht gut. Ich telefoniere etwas hin und her und entscheide dann, neue Erde zu kaufen, zum Glück ist eine Palette auf Lager. Also Robbe mieten nichts wie los. Die Gärtnerinnen schaufeln zusammen mit den Helfern von Zalf/HU die Erde in die Gabionen. Die Kokosmatte muss auch noch zugeschnitten werden, dazu kommt noch ein Vortrag von Natalie zum Thema Kompost. Ich sitze dann den restlichen Tag im Auto und schaffe Erde ran. Als ich zurückkomme, wird gerade die letzten Reste des Erdhaufens beseitigt. Den ganzen Tag hat es schon schauerartig geregnet wie verrückt. Die Wiese ist ein Sumpf. Wir laden ab und befüllen die restlichen Beete, immer wieder vom Regen gestoppt. Aber: Wir werden mit dem Tagessoll fertig. Fast alle Beete sind bepflanzt. Fehlt eigentlich nur die Pergola.

    Ist das denn gesund?

    Sebastian Wagner, 20. 07. 2012, 21:24 Uhr

    Man hat es insgeheim eigentlich immer schon vermutet: Die Belastung des urbanen Gemüses ist durch Autoabgase höher als bei Supermarktgemüse. In manchen Fällen wurden sogar die EU-Grenzwerte überschritten. Eine Studie der TU Berlin kommt zu diesem Ergebnis.  Die Presseerklärung zum Thema findet sich hier : –> TU Berlin

    So naheligend wie das Problem sind auch die Lösungen: Weg von der Straße, Hecken oder Mauern um den Garten. Es ist jetzt die Zahl von 8 Metern Abstand zum Straßenrad im Internet unterwegs. Woher die kommt, weiß ich nicht.  Unseren Garten betrifft das jedenfalls nicht. Er ist durch die sehr hohen Plattenbauten entlang der Heinrich-Heine-Straße bestens geschützt.

    http://www.taz.de/!96799/

    http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/550604

    Neuer Beitrag “How-To”

    Sebastian Wagner, 18. 07. 2012, 22:07 Uhr

    Der Beitrag von Sebastian Wagner für das kleine “How To” ist freigeschaltet: “Organisation”. Anregungen und Ideen zum Thema Gemeinschaftsgarten bevor man anfängt.

    —> Kapitel Organisation

    Schweinebraten mit Salbei

    Sebastian Wagner, 17. 07. 2012, 21:32 Uhr

    Gartenbautag, am Montag

    „Ich finde Salbei passt zu Schweinebraten am besten.“„Ich bin ja eher für zerlassene Butter mit Salbei und Gnocchi.“ Die  Zitronenmelisse braucht Platz, die wuchert immer so. Der zweite Aufbautag des Gartens ist angebrochen. Die Erde muss in die fertig aufgestellten Gabionen, die ersten Pflanzen werden eingepflanzt. Die Gesprächsfetzen kommen von der Gabione, die einmal das Kräuterbeet werden soll.

    Das BMW Guggenheim LAB hat unseren Garten mit zusätzlichen Mitteln bedacht. Das ist toll, weil wir damit den Garten vergrößern können und noch Raum zum Verschönern haben. So kann nun noch eine Pergola aufgestellt werden. Die sieht nicht nur gut aus, sondern bringt auch einen echten Nutzen: Der Sitzplatz im Garten ist der Sonne immer stark ausgesetzt und wird deshalb nicht so angenommen wie geplant. Eine schöne Pergola, vielleicht mit Glyzinie bewachsen, macht den Platz zum Erlebnis und bringt echte Lebensqualität. Sitzen, Plaudern, Zeit verstreichen lassen. Ein Insektenhotel gibt es auch noch! Vielen Dank an dieser Stelle an das LAB und an Corinne, die das möglich gemacht haben!

    Schon früh morgens war ich mit dem Hausmeister unterwegs, um Erde zu holen. Viel, aber es war schon absehbar, dass es nicht reichen würde, es war aber doch eine Menge, für heute würde es reichen. Es ging dann auch gleich los. Die Säcke mit Erde wurden zu den Beeten getragen, das ging zügig voran. Die Gärtnerinnen packten an und hievten die schweren Säcke in die Beete. So kamen wir auch schnell zum Pflanzen. Juliane führt Buch und Natalie hilft beim Zuordnen und Sortieren der Pflanzen.

    Die Auswahl ist groß. Es gibt die verschiedensten Gartenpflanzen (die Liste der Pflanzen findet sich im Blog), die Kräuter sollen alle ins Kräuterbeet, aber nicht zu eng, denn die Zitronenmelisse wuchert so. Wir haben auch Exoten, die müssen ins Sonnenbeet (die Beete bekommen jetzt auch langsam ihre Namen). Chili, Tomate und Salat und Mangold. Von dem haben wir sehr viel. Ich glaube das hat mit der Umtopfaktion am 14. zu tun. Aber halt: Der muss nicht komplett eingepflanzt werden, den kann man auch tauschen. Erdbeeren werden uns für Mangold von einem Mieter angeboten. Die haben wir leider schon. Sie gehören zu den vertikalen Pflanzen im Sonnenbeet. Die Gabionen haben nämlich den Vorteil, dass man sie auch von der Seite bepflanzen kann. Vertical Gardening. „Is ja doll, bin ich ja noch nie drauf gekommen!” „Ja, das kommt aus Afrika. Hab ich in der Zeitung gesehen, da machen die das in Säcken.“ Den Mangold tauschen wir bestimmt kommende Woche noch für was anderes.

    Ein Ausflug ins LAB

    Sebastian Wagner, 16. 07. 2012, 21:35 Uhr

    Am 14. Juli gibt es eine Veranstaltung im LAB im Pfefferberg zu unserem kleinen Garten. Der Blog wird vorgestellt und es gibt eine Gesprächsrunde. Das Wetter ist abscheulich, trotzdem sind viele Interessierte, und Leute, die direkt mit Nachbarschaftsgärten zu tun haben, gekommen. Im Anschluss gibt es noch eine von Andrea von Allwörden organisierte Umtopfaktion. Mangold wird in ein größeres Zuhause verpflanzt.

    Ich stelle erst einmal den Blog vor und erzähle auch was zum Verlauf des Projekts, über die Schwierigkeiten und wie gut es jetzt läuft. Das ist natürlich nicht so spannend wie die Gesprächs-und Fragerunde. Dabei geht es um Themen wie Wassermanagement, selber gebaute Brunnen, Flächen und vieles mehr. Andrea kann viel zum Thema Struktur und Vernetzung beitragen. Ich habe meinen konkreten Erfahrungsschatz aus dem laufenden und aus vorherigen Projekten. Ein Thema möchte ich dabei besonders herausstellen: Wie wichtig es ist, bevor man mit konkret mit einem Garten beginnt, in Workshops mit den Beteiligten herauszufinden, wo die Interessen der einzelnen Teilnehmer liegen und wo es Überschneidungen gibt. Damit sich alle im Klaren sind, was in dem Garten denn genau geschehen soll. Dies muss stets als Allererstes erarbeitet werden.

    Einen Hinweis einer erfahrenen Gemeinschaftsgärtnerin möchte ich noch teilen: Sind Kinder im und am Garten beteiligt, so macht es Sinn, die Kinder ihr eigenes Meeting über ihr Verhalten im Garten abhalten zu lassen. So können z.B. gemeinsam Bäume zum Klettern ausgesucht werden und Regeln zum Verhalten. Ich finde das eine sehr schöne Idee.

    Die Brache im Märkischen Viertel

    Sebastian Wagner, 14. 07. 2012, 9:43 Uhr

    Dern Nachbarschaftsgarten im MV

    Inmitten des Märkischen Viertels im Senftenberger Ring 45 gibt es seit Ende der 90er Jahre eine große unbebaute Fläche von rund 15.000 m². Auf dem Gelände befand sich die Bettina-von-Arnim-Schule, die wegen einer hohen Asbestbelastung abgerissen wurde und ihren Standort verlagert hatte. Eigentümerin des Grundstücks ist die GESOBAU AG, die hier langfristig neue Wohngebäude errichten möchte. Bis zur Umsetzung sollte im Rahmen des Stadtumbau West nach einer sinnvollen Zwischennutzung gesucht werden. 2009 gab es eine erste Ideenbörse. Alle Anwohner, die örtlichen Akteure, ansässige Initiativen und Institutionen hatten Gelegenheit, ihre Vorstellungen und Ideen einzubringen. Die Resonanz war groß und es entstand ein breitgefächerter Ideenkatalog. Freizeitangebote, verschiedene sportliche Aktivitäten oder Erholungsflächen für Jung und Alt sind nur einige Beispiele aus der Ideenwerkstatt.

    2011 fiel dann die Entscheidung: Ein Teil der Bettina-Brache mit rund 7.500 m² wird Nachbarschaftsgarten. Auf dem Gelände entstehen Spiel- und Liegewiesen, Gemeinschaftsbeete, kleine individuelle Flächen zum Gärtnern, ein Bereich zum Feste feiern mit Grill, Tisch und Bänken sowie ein Gemeinschaftshaus mit Küche, Toiletten und Geräteschuppen. Ein Teil der Fläche bleibt als Naturerfahrungsraum unverändert. Das gesamte Gartengrundstück wird durch einen Zaun geschützt.

    Das Projekt wird im Rahmen des Förderprogramms Stadtumbau West im Märkischen Viertel gefördert und durch das Bezirksamt Reinickendorf, der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sowie durch die GESOBAU AG und andere Interessierten unterstützt. Die Trägerschaft hat Albatros gGmbH übernommen.

    Und bald geht es richtig los: Die „Bettina-Brache“ wird im Spätsommer 2012 zu einem grünen Treffpunkt für alle, die sich gerne im Freien

    aufhalten, die die Natur lieben und Spaß und Freude haben, an der Gestaltung des Gartengeländes kreativ mitzuwirken.

    Bereits im Mai 2011 wurde das Projekt im Rahmen des Europäischen Nachbarschaftstages bei den Anwohnern bekanntgemacht.  Das Interesse war sehr groß. Gut drei Viertel der geplanten Beete sind bereits reserviert. Diverse Schulen und Initiativen und viele Anwohner aus verschiedenen Kulturen haben ihr Interesse bekundet und freuen sich auf ein gemeinsames und freundschaftliches Miteinander.

    Wohin mit dem Garten?

    Sebastian Wagner, 13. 07. 2012, 16:05 Uhr

    Standortfragen

    Kleiner Nachtrag zum Thema Standort des Gartens: Bei der Anlage des Generationengartens auf dem Gelände der „Berolina“  kamen mehrere Orte in Frage. Es galt zwei Gesichtspunkte abzuwägen: Zum einen sollte der Garten in der Nähe zu den Kitas sein. Zum anderen aber auch in der Nähe des Gemeinschaftsraums, da die Mieter sich hier oft aufhalten, es Veranstaltungen gibt, und vor allem dort die Gemeinschaftsküche liegt.

    Dass die Küche in der Nähe liegt, ist für die Bewohner wichtig, denn sie wollen die Kräuter frisch zum Kochen verwenden. Dazu kommen nur zwei Standorte in Frage. Der eine liegt bei den Kitas, der andere direkt hinter dem Gemeinschaftsraum. Nach einiger Überlegung sprechen mehr Argumente für den Standort hinter dem Gemeinschaftsraum. Bei den Kitas ist die Beschattung unter den Bäumen zu hoch und der Weg zum Gemeinschaftsraum zu weit. Da der Ort hinter dem Gemeinschaftsraum die Bewohner auch zu Verweilen einladen soll, bietet der Garten dort einen zusätzlichen Nutzen. Er ist besser in die schon bestehende Struktur eingebunden.

    Gartenaufbau 12.7.2012

    Sebastian Wagner, 12. 07. 2012, 21:25 Uhr

    Die Gabionen

    Der einzige, der „Ischias hat“, ist einer der Hausmeister. Alle anderen Bewohnerinnen der Wohnanlage der Berolina sind agil und bestes gelaunt. Pünktlich nach der Gymnastikstunde startet der Gabionenaufbau um 10.30. Es bilden sich spontane Dreiergruppen, die jeweils eine Gabione aufbauen. Nach einer halben Stunde stehen die 10 Gabionen nebeneinander auf der Rasenfläche. Nun werden sie angeordnet. Nach kurzer Diskussion werden die Kräuterbeete in Küchennähe verortet, für die Früchte wählen die Gärtnerinnen einen sonniger Platz. Gemüse steht im Halbschatten. Die Beete markieren einen Halbkreis, und im Zentrum stehen zwei Bäume und das Beet für die Kinder der beiden Kitas.


    Nun werden die Gabionen wieder angehoben und an der Grundfläche wird die Grasnabe ausgehoben. Die Spaten und Schaufeln leiht uns die FKR, eine Gartenfirma, die parallel zum Gartenaufbau die Rasenfläche pflegt und Sträucher stutzt. Später wird die Grasnabe mit dem Strauchschnitt die Gabionenböden füllen.


    Die Kokosmatten wurden in 10 Meter Rollen geliefert, sie müssen zugeschnitten und eingepasst werden. Vorher beginnt es aber wieder kräftig zu regnen, Zeit für eine Kuchenpause mit Sprühsahne.

    Die Gabionenbeete sind aufgebaut, zur Hälfte bereits gefüllt und warten nun auf Erde und Pflanzen, die am Montag eingepflanzt werden.